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Wirtschaft zu Corona-Zeiten

Faktencheck und Möglichkeiten
Gerade gelesen: seit 31.12.2020 können UnternehmerInnen die angeordnete Schließung als “gesetzlich vermutete Störung des Geschäftsbetriebes” geltend machen und somit in Einzelfall-Entscheidungen eine Mietminderung bewirken.
Das hat mich nachdenklich gemacht …
 
Kurz zusammengefasst – so ähnlich sieht die Wirtschaft in Deutschland gerade aus (natürlich nur aus meiner Perspektive) – bis zum 14. Februar, bis Ostern, bis zum Sommer, bis zur Wahl 2021, bis Weihnachten im Jahre drölfzig – wer weiß das schon?
 
Ein “kleiner Kreis Regierender” schließt einer Vielzahl von Unternehmen die Türen. Dafür werden den betroffenen Unternehmen finanzielle Hilfen versprochen.
1. Die Zahlungen kommen nur verzögert bei den Betroffenen an, nicht jeder bekommt Hilfe, viele gehen leer aus und stehen vor dem Aus.
2. Die großzügig versprochenen Gelder besorgt sich der “Kreis der Regierenden”, indem er im Namen des Volkes Kredite aufnimmt, die erstens irgendwann zurückgezahlt werden müssen (von denen, die jetzt noch arbeiten und von deren Kindern?).
Die zweitens in dieser nie dagewesenen Höhe womöglich Abhängigkeiten von den verschiedenen Kreditgebern schaffen (wer die Musik bezahlt, bestimmt die Lieder?)
3. Wenn sich von den staatlich verordneten Schließungen Betroffene mit ihren Vermietern einigen können, ist das sicher eine gute Sache – geteiltes Leid ist halbes Leid (?)
 
Aber:
Große Gewerbeflächen-Vermieter, die ein breit gefächertes Immobilienportfolio besitzen, werden die Krise und eventuelle Mietminderungen oder – ausfälle vermutlich gut überstehen können – auf die eine oder andere Weise.
Große Unternehmen mit Filialen, aber auch einem gut etablierten Online-Geschäft werden die Krise, Umsatzeinbußen und Mietzahlungen für geschlossene Gewerbeflächen wahrscheinlich auch überstehen können – auf die eine oder andere Weise.
Andere Unternehmen machen gar das Geschäft ihres Lebens – manche, weil sie genau das im Angebot haben, was jetzt gebraucht wird – andere, weil die Geschäftsschließungen ihnen die Kunden geradezu auf dem “Silbertablett servieren”.
 
Kleine und mittlere (Einzel-)UnternehmerInnen ebenso wie kleine und mittlere Gewerbevermieter geraten dagegen viel wahrscheinlicher in Schwierigkeiten, weil die Einnahme-Ausfälle nicht so leicht kompensiert werden können – womit auch?
 
Die Folge: es wird Insolvenzen geben und abgesehen von dem persönlichen Leid der Betroffenen wird es in Folge günstige Immobilien aus den Insolvenz-Abwicklungen geben, die an die Banken als Finanziers der Objekte fallen oder von solventen Anlegern aufgekauft werden – oder beides.
Man kann darüber denken, was man will … Auch mir kam ein Bild von ein paar (wenigen) “Finanzhaien” in den Sinn, die sicherlich schon auf gute Geschäfte spekulieren.
Keine Frage, solche Menschen wird es geben – aber ist diese Entwicklung in Fläche wirklich “alternativlos” und unabwendbar?
 
Wer ein Unternehmen mit viel Arbeit und Herz aufgebaut hat, der ist momentan – zu Recht – verzweifelt, zusehen zu müssen, wie es jetzt in Schwierigkeiten gerät.
Was wäre, wenn sich überall Menschen zusammentäten und Genossenschaften oder Vereine (ich kenn mich mit “Gesellschaftsrecht” nicht aus) gründen würden?
Wenn diese Gemeinschaften und UnternehmerInnen ehrlich miteinander reden würden, um abzuklären, was nötig wäre, Geschäfte, Restaurants, Friseursalons, Immobilien usw. usf. gemeinsam zu erhalten?
 
Manche haben vielleicht Geld zur Verfügung, das ihnen bei den Banken keine Zinsen bringt, das sie lieber sinnvoll einsetzen möchten. Andere haben vielleicht wenig oder gar kein Geld, dafür aber freie Ressourcen und/ oder Kompetenzen, die sie in solche Projekte einbringen könnten.
Gemeinsam könnten lokale Konzepte entstehen, die Win-Win-Situationen ermöglichen, die Fairness, Gemeinwohl UND Gewinnerzielung in ihren Grundsätzen vereinen.
 
Was wäre, wenn kleine Unternehmen NICHT untergehen müssten und eine Umgestaltung der Wirtschaft von der Basis aus möglich wäre,
– BEVOR diejenigen kommen, denen es hauptsächlich um Spekulationen und billige Aufkäufe geht (was sicher nicht die Mehrzahl der UnternehmerInnen sind – die Anmerkung ist mir wichtig)
– zum Wohle aller, zum Wohle unserer Umwelt, unserer Zukunft und der Zukunft unsere Kinder und deren Kinder?
 
Sicher gibt es lokal solche Initiativen bereits – aber je mehr es werden, desto größer ist die Möglichkeit, wirklich etwas Neues zu gestalten und viele Corona-geschädigte Unternehmen trotz Krise weiterzuführen.
 
Sicher – es ist ein Risiko – aber ist es besser, abzuwarten und dann über die erwartete Entwicklung zu schimpfen, dass Immobilien und Unternehmen zu Schleuderpreisen von externen Investoren aufgekauft werden?
 
Sicher – es würden neue Projekte mit neuen Konzepten entstehen, bei deren Entwicklung Fehler passieren, bei deren Durchführung es auch zu Meinungsverschiedenheiten kommen kann. Aber ist es nicht an der Zeit, neue Wege auszuprobieren?
… und sich darauf einzulassen, dass Umwege “Lehrpfade” und Fehler “Lernerfolge” sein dürfen?
 
Noch eines: vielleicht geht es anderen wie mir. Ich würde lieber in solchen Gemeinschaftsprojekten einkaufen oder deren Dienstleistung in Anspruch nehmen, als bei großen Versendern zu bestellen oder anonyme Dienstleistungs-Ketten zu unterstützen. Das heißt, wahrscheinlich würden viele Menschen wieder bei den “Nachbarn” kaufen. Vielleicht würden sogar viele, die bereits vor Corona schon überzeugte Online-Käufer waren, die Nachbarschaft und das Persönliche schätzen und wieder mehr lokale Angebote nutzen?
 
Also ich wär dabei – mit dem, was ich persönlich einbringen kann und als Kundin sowieso …
 
Dieser Post darf gerne geteilt werden – er darf gerne die Runde machen und überall auf lokaler oder überregionaler Ebene mit Leben gefüllt werden 🙂
Auf ein Neues …
Danke sehr – Eure Antje 💕🙏💕🌍🌳💕👨‍👩‍👦‍👦👨‍👩‍👧‍👧
 
 
#energytwister #antjerenz #Wirtschaft #WirtschaftNeuDenken #GemeinsamAusDerKrise
 
 
 
 
 
 
 
 

2 Comments

  • Peter Krötenheerdt

    Ich bin dabei.
    Ich will ein “Café am Rande der Welt”
    Bücher Kaffee Tee Wein
    Und gute Atmosphäre
    – Bücher Regale mit Büchern zum nehmen und geben —> gute Literatur zum Lesen und Lesungen
    – Café Teil Charakter
    – im hinteren Teil Wein Ecken
    Vielleicht Aussenbereich Garten Lauben mit Wein Abenden Verkostung Freyburg Weine!! Ostweine!!
    Literatur Geschichten Gedichte
    Heine Rilke Goethe Novalis Schiller Gundermann Wenzel ………..

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