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Trennung ist eine Erfindung (?)

Sie saß am Feuer, wiegte sich selber im leichten Nachtwind. Sie war alt – wie alt? Sie gluckste in sich hinein – wer hätte das schon sagen können? Vielleicht war sie schon immer hier gewesen?

Nach und nach kamen mehr Menschen zum Feuer, setzten sich im Kreis um das Feuer herum. Sanfte Töne vermischten sich mit dem Prasseln des Feuers – alle Augen waren auf sie gerichtet, bis sich – endlich – ihre Stimme aus dem allgemeinen Klang erhob und sie mit ins Feuer gerichtetem Blick zu sprechen begann.

„Es gab eine Zeit vor unzähligen Monden, da war die Erde noch leer. Pflanzen und Tiere begannen, sich zu entwickeln, die Erde mit Leben zu erfüllen. Das war auch die Zeit, als die ersten Seelen aus dem Licht hierherkamen, um Mutter Erde kennen zu lernen.

Seelen im Licht sind unbeschwert. Es war eine großartige Erfahrung, in einen Körper zu schlüpfen und so vieles zu spüren, was ohne Körper nicht möglich war. Das ist die Qualität hier in dieser Dimension. Die Erde ist etwas ganz Besonderes – sie hat eine magische Anziehungskraft – für viele Seelen. So kamen immer mehr auf die Erde, voller Neugier. Sie spielten mit ihren Körpern – alles war neu, aufregend – alles war Klang. Wenn sie genug vom Spielen hatten, gingen sie zurück ins Licht. So einfach war es zu der Zeit …

Jede Seele wurde freudig begrüßt und am Ende ihrer Zeit liebevoll verabschiedet – so wie es von Anbeginn der Seelenwanderungen gedacht war.

Die alten Seelen erzählten den Neuankömmlingen von all dem Schönen, was sie bereits auf der Erde erlebt hatten und die jungen Seelen erfanden neue Spiele, die sie ihrerseits den nächsten Neuankömmlingen weitergaben.

In dieser Zeit war noch alles Klang, alles war eins, alles war Freude und Abenteuer. Bis die Sprache erfunden wurde.

Sie war der Beginn einer Trennung, die das Leben auf der Erde veränderte. In einen Körper geschlüpfte Seelen begannen, sich als „Menschen“ zu bezeichnen. Menschen verstanden einander nicht mehr wie zu der Zeit, als noch alles Klang war.
Im Laufe der Zeit verwechselten sie die Magie der Erden-Anziehung mit Schwere, sie hatten plötzlich Namen für Groß und Klein, für Gut und Böse und für ein neues Gefühl, das sie „Angst vor dem Großen“ nannten, aus dem sich das „Sich groß fühlen gegenüber dem Kleinen“ entwickelte.

Wenn Ihr Euch in der Welt umschaut – was seht Ihr? Genau diese Trennung, die Schwere, die Unterteilung in Groß und Klein, in Gut und Böse, in scheinbar unendlich viele Gegensätze. Trennung bringt Schmerz – den Schmerz, der sich in der Welt ausgebreitet hat. … und dabei hat alles als ein freudiges Abenteuer-Spiel begonnen … .“

Sie schwieg eine lange Weile – das Feuer prasselte knisternd vor sich hin, die Flammen loderten immer wieder hoch, als wollten sie die Sterne küssen.

Dann seufzte sie tief, ließ alle Schwere aus sich entweichen – es schien, als würde der Körper der alten Frau in Licht getaucht bis sie heller zu strahlen schien als das Feuer, in das sie blickte.

„Es ist Zeit – Zeit, die uralten Klänge wieder in die Welt zu tragen, das Trennende als Illusion zu ent-tarnen, die Neuen Seelen freudig zu begrüßen und am Ende ihrer Zeit auf der Erde wieder liebevoll ins Licht zu ent-lassen.“

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: „Es ist Zeit, in der Schwere wieder die Magie der Anziehung und des Loslassens zu ent-decken, das Leben zu feiern und die Zeit der irdischen Seelenwanderungen mit ursprünglicher Freude zu füllen.“

Das Licht, das sie umgab, breitete sich aus, durchströmte die Menschen um sie herum – sie begannen, sich der ur-alten, ur-sprünglichen Gesänge zu erinnern. Ihre Stimmen erhoben sich und tönten weit über das kleine Feuer am Rande der menschlichen Trennungen hinaus.

©AntjeRenz

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